10. Bürgermeister für alle

Seit dem „Borkener Beben“ im Herbst 2007, als die Borkener CDU mit Biegen und Brechen durchsetzen wollte, dass der frühere Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer im Rathaus wieder für Personalangelegenheiten zuständig sein sollte, hat Borken einen parteilosen Bürgermeister.

Für Borken ist das eine neue Situation. Sie ist aber seinerzeit von vielen Bürgerinnen und Bürgern, von den kleineren Rathausparteien (Bündnis 90/Die Grünen:  „Parteiloser Bürgermeister bedeutet eine neue Chance für Borken“) und von vielen CDU-Mitgliedern sehr begrüßt worden.

Auch nach mehr als einem Jahr bin ich überzeugt, dass ein Parteiloser an der Spitze der Stadtverwaltung und als Vorsitzender des Rates für Borken gut ist. Viele Entscheidungsprozesse, die früher hinter verschlossenen Türen der Mehrheitsfraktion abliefen, sind jetzt „offen“ geworden, die Diskussionen im Rat lebendiger, die Abläufe für die Bürgerinnen und Bürger transparenter.

Es zeigt sich, dass viele kommunalpolitische Entscheidungsprozesse, wenn sie öffentlich ausgetragen werden, im Ergebnis zu einem breiten Konsens führen können, und das ist für die politische Kultur in einer Stadt nicht schlecht.

Als Bürgermeister, der sich bei diesen Prozessen immer auch in gewisser Weise als Moderator verstehen muss, ist die fehlende Parteizugehörigkeit oftmals eher von Vorteil:  Ich werde nicht vorn vornherein einem bestimmten politischen „Lager“ zugeordnet, kann meine Aufgabe also wesentlich neutraler wahrnehmen als bisher.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich meine grundsätzlichen politischen Auffassungen, wie ich sie in mehr als einem Vierteljahrhundert in einer Partei vertreten habe, über Bord geworfen hätte. Es fällt mir jetzt aber leichter anzuerkennen, dass es auch in anderen politischen Lagern gute Ideen für die Entwicklung unserer Stadt gibt.

In Borken hat sich viel getan. Nach 17 Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung kann ich guten Gewissens behaupten, an vielen positiven Entwicklungen wesentlichen Anteil gehabt zu haben. Ich bin (wie man so sagt) ein
„alter Hase“ in der Borkener Kommunalpolitik geworden und bin mir sicher, dass ich meine Erfahrungen, meine zahlreichen Kontakte, mein Wissen und Können, aber auch meine tiefe Verbundenheit mit dem Standort „Stadt Borken“ noch gut einbringen kann, um unsere schöne Stadt auch in den nächsten Jahren nach vorne zu entwickeln. In Zeiten der Wirtschaftskrise, die sich voraussichtlich auch zu einer Krise der Kommunalfinanzen entwickeln wird, stehe ich gern noch einmal für weitere sechs Jahre zu Ihrer Verfügung.

Unser Borken

Borken - Kreisstadt

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