Bericht eines Wahlkampfhelfers (oder: Die Peinliche Plakat Posse der CDU - Teil 1)
Sonntag, den 26. Juli 2009 um 19:20 Uhr
Als unabhängiger Kandidat muss man bei Kommunalwahlen seinen Wahlkampf komplett aus eigener Tasche bezahlen. Anzeigen schalten, Plakate drucken, Flyer herstellen, alles das dient dazu auf die Vorzüge der Kandidaten und Parteien hinzuweisen und um Unterstützung zu werben. Bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen erhalten die Parteien hierfür eine Wahlkampfkostenerstattung. Zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen der Parteimitglieder kann hier schon auf ein beachtliches finanzielles Polster zurück gegriffen werden.
Ich bin stolz und froh, dass ich meinen Wahlkampf komplett aus eigenen Mitteln bestreite und nicht auf die finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen bin. Allerdings unterstützen mich zahlreiche Freunde, Bekannte und Verwandte in Ihrer Freizeit und helfen mir bei dem Projekt "Wahlkampf 2009". Da wird fleißig gefaltet, eingetütet und plakatiert...
Hierfür Euch allen schon jetzt ein ganz herzliches Dankeschön!
Einer der mich unterstützt ist Christian Klüppel aus Borken - Hovesath. Christian hat am 22. Juli, 5 1/2 Wochen vor der Wahl und somit auf jeden Fall innerhalb der Frist von 3 Monaten in denen Wahlwerbung plakatiert werden darf, mit einem weiteren Helfer Plakate für mich aufgehängt. Dabei hatte er ein besonderes Erlebnis mit einer Anwohnerin und ihrem Ehemann. Dieses hat ihn dazu veranlasst folgenden Leserbrief an die Borkener Zeitung zu schicken:
So geht es ja nicht!
Es ist Ferienzeit und damit wieder die Zeit der Erlebnisberichte.
Mein Freund un ich hatten am Mittwoch ein ganz besonderes Ferienerlebnis, das ich der Borkener Öffentlichkeit nicht vorenthalten möchte.
Wir plakatierten für die Kommunalwahl an einer der drei Zufahrten zu unserem Wohngebiet Hovesath, normalerweise ist das eine recht friedliche Wohngegend.
Binnen einen Tages wurden an einer Laterne gleich dreimal Wahlplakate entwendet.
Als wir zum vierten Mal an diesem Standort ein Ersatzplakat aufhängten, kam ein Anwohner auf uns zu und erklärte, die Mühe könne man sich sparen, sie würden das Plakat sowieso wieder entfernen. Wir fragten daraufhin nach den entwendeten Plakaten und bekamen zur Antwort, die seien auch entsorgt worden. Dann erschien seine Ehefrau, wie sich herausstellte, die Stadtverordnete Stephanie Ottich.
Sie merkte an, sie wolle "dieses Gesicht" vor ihrer Haustüre nicht sehen.
Mein Freund und ich waren erschrocken über so viel Aggression und erklärten, dass das Plakat doch an einer öffentlichen Laterne aufgehängt worden sei.
Frau Ottich übergab uns dann ein von ihr zerstörtes Plakat mit den Worten: "Hier, das könnt ihr mitnehmen und selbst entsorgen, ich habe schon eines in der Mülltonne."
Unser Hinweis, dass das Entwenden und Zerstören von rechtmäßig aufgehängten Plakaten strafbar ist, verhallte ungehört.
Frau Ottich versteht das Wort "Wahlkampf" wohl auf eine sonderbare Weise. Unserer Meinung nach kämpft man doch im Wahlkampf mit Argumenten um Stimmen und nicht mit Aggression und Zerstörung gegen Plakate.
Frau Ottich bewirbt sich im Wahlkreis 4 um ein Direktmandat, also in dem Wahlkreis, in dem mein Freund und ich von Kindesbeinen an zu Hause sind. Für uns hat sich Frau Ottich nicht gerade von ihrer besten Seite gezeigt.
Christian Klüppel, Borken
