Fragen an Bürgermeister Rolf Lührmann
Die Borkener Schülerin Rika Burhoff stellt einige Fragen an Rolf Lührmann und versucht etwas über den Bürgermeister und den Menschen Lührmann herauszufinden.
Rika Burhoff: Herr Lührmann, Sie sind schon seit vielen Jahren als Stadtdirektor oder Bürgermeister für die Stadt Borken tätig. Jetzt bewerben Sie sich für eine weitere Wahlperiode. Warum?
Rolf Lührmann: Ich bin jemand, der gern Entwicklungsprozesse gestaltet. Es hat mir immer viel Freude gemacht, die Entwicklung unserer Stadt voranzutreiben, und habe dabei nach meiner Einschätzung auch viele Erfolge gehabt. Borken steht heute sehr gut da! Mit meiner Erfahrung kann ich für Borken sicher noch einiges bewegen.
Rika Burhoff: Anders als bei den letzten Wahlen gehen Sie jetzt nicht mehr als Kandidat einer Partei, sondern als Parteiloser ins Rennen. Haben sich Ihre politischen Auffassungen geändert?
Rolf Lührmann: Nein. Parteipolitik hat für meine Arbeit als Bürgermeister nie eine große Bedeutung gehabt. Mir ging es immer in erster Linie darum, gute Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger zu finden. Und dabei habe ich in all den Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass es keine Rathauspartei gibt, die für die „guten Lösungen“ eine Alleinvertretung beanspruchen dürfte.
Rika Burhoff: Wie schätzen Sie denn Ihre Erfolgsaussichten ein? Immerhin kandidieren Sie gegen einen Bewerber, der von der CDU nominiert wurde.
Rolf Lührmann: Wir haben eine Zeit, in der feste Bindungen an bestimmte politische Parteien immer weniger feststellbar sind. Nach meiner Beobachtung gilt das auch für Borken. Nach dem „Borkener Beben“ im Oktober 2007 hat es deutliche Kritik an der CDU-Führung auch von langjährigen CDU-Wählern gegeben. Auf der anderen Seite habe ich für mein Verhalten viel Zuspruch auch aus CDU-Kreisen bekommen. Unterm Strich glaube ich, gute Erfolgsaussichten zu haben.
Rika Burhoff: Als Schülerin des Gymnasiums Borken muss ich Sie natürlich besonders nach Ihrer Haltung zum Thema „Schule und Bildung“ fragen.
Rolf Lührmann: Wahrscheinlich würde ich es mir etwas zu einfach machen, wenn ich jetzt einfach nur ein mündliches Bekenntnis zur besonderen Bedeutung dieses Themas abgeben würde – auch wenn es meiner Überzeugung entspricht. Eine bestimmte Haltung kann man am besten an den Taten ablesen. Und so kann ich insbesondere auf ein umfangreiches Ausbauprogramm für Kindergärten in der Wahlperiode 1999 – 2004, auf die erfolgreiche Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule an nahezu allen Borkener Grundschulen (Wahlperiode 2004 – 2009) und die jetzt anstehende „Mensa-Offensive“, die ja in ihrer finanziellen Dimension auch ausgesprochen bemerkenswert ist, verweisen. Alle im Rathaus nehmen dieses Thema sehr ernst, und es macht mir wirklich Freude, dass ich dazu einen Beitrag leisten darf.
Rika Burhoff: Bei der Verabschiedung unseres früheren Schulleiters Coenen hat es einige sehr konkrete Wünsche an die Stadt gegeben, wie etwa die Renovierung der Toilettenanlage oder die Neumöblierung der Aula. Was können Sie uns Schülern dazu sagen?
Rolf Lührmann: Ich glaube, dass sich die Stadt mit den Wünschen der heutigen Schülergeneration sehr ernsthaft auseinandersetzen muss. Dabei wird nicht alles zur Zufriedenheit aller gelöst werden können. Schließlich wollen wir ja nicht – wie viele andere Städte und Gemeinden in unserem Land – den Weg in die Verschuldung oder gar in die Haushaltssicherung gehen. Wir sind aber in Borken in der angenehmen Situation, noch über finanzielle Spielräume zu verfügen. Diese Spielräume sollten wir nach meiner Auffassung insbesondere für den Bereich „Bildung“ nutzen.
Konkret heißt das, dass ich mich für die Erledigung der angesprochenen Maßnahmen am Gymnasium persönlich einsetzen werde.
Rika Burhoff: Was macht der Privatmann Rolf Lührmann in seiner Freizeit?
Rolf Lührmann: Ich unternehme gerne etwas mit meiner Familie und besuche gemeinsam mit meiner Frau Gerda einige Regionen in Deutschland und Europa, die wir sehr ins Herz geschlossen haben. Außerdem bin ich mitlerweile ein begeisterter Radfahrer und Wanderer geworden. Zusammen mit guten Freunden machen wir einmal im Jahr eine Männertour. Da gibt es dann vielleicht auch ein oder zwei kühle Pils, aber im Vorfeld stehen lange und anspruchsvolle Tagestouren auf dem Programm.
Rika Burhoff: Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben und welche Art von Musik hören Sie am liebsten?
Rolf Lührmann: Ich liebe Musik und sie begleitet mich jeden Tag. Musik tut jeden Tag so viel Gutes. Mich beeindruckt immer wieder, wie viele Menschen, von jung bis alt, bei uns in Borken in Gesangvereinen, Chören, Kapellen und Bands organisiert sind. Musik führt Menschen zusammen.
Mein persönlicher Musikgeschmack ist durchaus vielfältig. Ich mag insbesondere gerne Jazzmusik und bin ein riesiger Rolling Stones Fan.
Rika Burhoff: Was glauben Sie, welche Eigenschaft Ihre Frau an meissten an Ihnen schätzt?
Rolf Lührmann: Wie viel Zeit haben wir? (lacht)
Ich hoffe es ist mein Humor. Ich glaube, ich kann ganz gut selbst über mich lachen.
Rika Burhoff: Herr Lührmann, herzlichen Dank für das freundliche Gespräch...
